Leichen in Pompeji und Herculaneum: Skelette und Gipsabgüsse

Veröffentlicht von

Jährlich besuchen über 2 Millionen Menschen die Ausgrabung von Pompeji und hunderttausende die Überreste von Herculaneum, der zweite vom Ausbruch des Vesuvs verschütteten Stadt im August 79 nach Christus. Der Vulkanausbruch dauerte nicht viel länger als 24 Stunden. Tausende Menschen starben, wie viele genau weiß niemand.

Fest steht, dass nur etwa 1000 Leichen in Pompeji und gut 300 in Herculaneum gefunden wurden. Pompeji hatte aber über 20.000 Bewohner, Herculaneum etwa 4000. Wo sind die anderen? Nun, viele könnten tatsächlich geflohen sein. Es gibt Berichte von Überlebenden. Andere könnten auf der Flucht umgekommen sein. Ausgrabungen gibt es nur in Pompeji und Herculaneum, nicht im Umland. Wer es zwar aus der Stadt schaffte, aber dennoch zum Beispiel von einem Stein aus dem Vulkan erschlagen wurde, wurde sehr wahrscheinlich bis heute nicht gefunden. Die Schichten mit dem Material aus dem Ausbruch sind 5 bis 25 Meter tief.

Leichen in Pompeji

Seit den 1870er Jahren wurde bei den Ausgrabungen in Pompeji, wenn man auf einen Hohlraum gestoßen ist, ein Gipsabguss angefertigt. Die Leichen wurden beim Vulkanausbruch mit Asche zugeschüttet. Später verrotteten die Körper. Zurück blieb ein Hohlraum. Wenn man dort Gips einfüllte, bekam man eine genaue 3D-Abbildung des ehemaligen Menschen. Es gibt solche Figuren aus Gips auch von Tieren, die in Pompeji lebten.

In Pompeji kann man als Besucher solche Gips-Menschen anschauen. Sie sind überraschend genau, auch im Detail. Man sieht die Position des Körpers beim Tod. Wir glaubten sogar Angst und Schmerz in einigen Gesichtern zu erkennen.

Die Methode der Gipsabdrücke hat aber auch Nachteile. Eventuelle Überreste wie Knochen der antiken Menschen können nicht mehr untersucht werden. Dennoch wurden viele Gipsabdrücke von Wissenschaftlern genau untersucht. Zum Beispiel wurde herausgefunden, dass die Menschen in der Antike fast alle sehr gute Zähne hatten, kein Karies oder ähnliches. Dies liegt wohl an der Ernährung, es gab damals kaum Süßigkeiten außer Honig.

Leichen in Herculaneum

In Herculaneum wurden hingegen viele Skelette entdeckt. Mehrere hundert Menschen fanden im unteren Bereich der Stadt am ehemaligen Ufer des Meeres in stabilen, kleinen Gebäuden Zuflucht. Hier starben sie an an heißer Asche, giftigen Gasen und der Hitze. Die Skelette liegen teilweise noch so da, wie man sie gefunden hat. Man sieht als Besucher von Herculaneum in jedem der kleinen Gebäude viele Überreste von Menschen. Eine Mutter hatte sogar ein Baby im Arm.

Diese Leichen wurden in den letzten Jahren mit modernsten Methoden untersucht. Man konnte mit DNA-Analysen und anderen Methoden viele neue Erkenntnisse gewinnen. Überrascht hat, dass fast alle Leichen wohl genährt waren. Fast alle aßen Fisch und Fleisch. Eine junge Frau war wohl Vegetarierin, auch das gab es schon in der Antike.

Derzeit gibt es einige Projekte, die den menschlichen, antiken Kot aus dem Abwasser von Pompeji und Herculaneum untersuchen. Auch hier gibt es einiges Neues, zum Beispiel was die Ernährung der damaligen Menschen betrifft.

Für viele Besucher von Pompeji sind die Gipsabgüsse der Menschen ein Höhepunkt beim Besuch der Ausgrabung. In Herculaneum sind die Skelette im unteren Bereich sicherlich ein Highlight.

Weitere Artikel von uns über Pompeji und Herculaneum

Besuch Pompeji: Allgemeine Infos, Eintrittspreise, Tickets, Öffnungszeiten usw.

Besuch Herculaneum: Besucherinfos über die zweite große Ausgrabung am Vesuv

Thermen in Pompeji (öffentliche Bäder der Antike)

Lupanar Pompeji (antikes Bordell)

Theater Pompeji  (Amphitheater, Große Theater, Kleine Theater)

Ausflüge nach Pompeji: Tagestrips mit dem Bus zur Ausgrabung

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.