Die berühmtesten Statuen im Archäologischen Nationalmuseum Neapel (MANN)

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Die berühmtesten Statuen im Archäologischen Nationalmuseum Neapel (MANN)

Das Archäologische Nationalmuseum Neapel (MANN) gehört zu den wichtigsten Museen Italiens. Ein Grund dafür ist die berühmte Sammlung antiker Skulpturen. Viele der Statuen stammen aus den Palästen der römischen Familie Farnese, andere wurden in Pompeji oder Herculaneum entdeckt und nach Neapel gebracht. Wer sich für Kunst, Geschichte oder Archäologie interessiert, sollte sich diese Räume nicht entgehen lassen.4 Statuen im Mann Neapel

In diesem Artikel bekommst du einen Überblick über die bekanntesten Statuen im Museum, ihre Geschichten und wo du sie findest. Außerdem erfährst du, wie du deinen Besuch planst und welche Tickets sich lohnen.

1. Die Farnesische Sammlung – Herzstück der Skulpturen

Die spektakulärsten Statuen des Museums gehören zur sogenannten Farnesischen Sammlung. Diese war ursprünglich im Palazzo Farnese in Rom ausgestellt. Als die Bourbonen die Herrschaft übernahmen, gelangten die Kunstwerke nach Neapel und wurden im heutigen Museum aufgestellt.

Zur Farnesischen Sammlung gehören unter anderem:

  • der Farnesische Herkules
  • der Farnesische Stier
  • der Atlas Farnese mit der ältesten Himmelskarte
  • die Tyrannenmörder
  • weitere Götterfiguren, Kaiserporträts und Idealstatuen

Die meisten dieser Werke stehen in den großen Marmorsälen im Obergeschoss. Sie sind einer der Hauptgründe, warum das Museum als eines der wichtigsten Skulpturenmuseen der Welt gilt. Einen allgemeinen Überblick über das Haus findest du auf deiner Hauptseite zum Museum: Archäologisches Nationalmuseum Neapel.

Farnesische Sammlung

2. Der Farnesische Herkules – Symbol übermenschlicher Kraft

Der Farnesische Herkules ist eine der bekanntesten Statuen des gesamten Mittelmeerraums. Die Figur ist über drei Meter hoch und zeigt den Halbgott nach der Vollendung seiner berühmten zwölf Arbeiten. Er stützt sich auf eine Keule, über der das Löwenfell hängt, und wirkt gleichzeitig gewaltig und müde.

Die Statue ist eine römische Marmorkopie nach einem Werk des griechischen Bildhauers Lysipp. Sie wurde in den Caracalla-Thermen in Rom gefunden und später nach Neapel gebracht. Besonders eindrucksvoll ist der starke Kontrast: Auf der einen Seite übertriebene Muskulatur, auf der anderen Seite ein sehr menschlicher Ausdruck von Erschöpfung.

Der Herkules steht in einem eigenen Saal und ist kaum zu übersehen. Viele Besucher bleiben hier lange stehen, machen Fotos oder setzen sich einfach kurz hin, um die Details zu betrachten.

3. Der Farnesische Stier – das größte Statuenensemble der Antike

Gleich in der Nähe des Herkules befindet sich der Farnesische Stier. Diese Skulpturengruppe gilt als größte zusammenhängende Marmorskulptur der Antike. Sie zeigt eine Szene aus der griechischen Mythologie: Dirke wird zur Strafe an einen Stier gebunden, während die Brüder Zethos und Amphion sie bestrafen.

Die Komposition ist sehr dynamisch. Der Stier richtet sich auf, die Figuren bewegen sich in verschiedene Richtungen, die Falten der Gewänder und die Muskeln sind fein gearbeitet. Trotz der Größe wirkt die Gruppe erstaunlich lebendig. Der Stier ist ein gutes Beispiel dafür, dass römische Bildhauer nicht nur Kopien anfertigten, sondern auch eigene, aufwändige Werke schufen.

Wer sich zuvor schon in Pompeji mit den Themen Strafen, Mythen und Religion beschäftigt hat – zum Beispiel über deine Seite Pompeji Religion und Tempel – erkennt viele Bezüge der römischen Weltanschauung wieder.

4. Der Atlas Farnese – die älteste Sternkarte der Welt

Der Atlas Farnese zeigt den Titanen Atlas, der das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern trägt. Besonders wichtig ist nicht nur die Figur, sondern der Globus. Auf ihm sind Sternbilder eingraviert – damit gilt der Atlas als die älteste vollständig erhaltene Sternkarte der Menschheit.

Zu sehen sind unter anderem bekannte Sternbilder wie Orion, Löwe oder Skorpion. Für damalige Verhältnisse ist die Darstellung erstaunlich präzise. Vermutlich beruht sie auf Arbeiten des griechischen Astronomen Hipparchos aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.

Für Besucher, die sich neben Kunst auch für Wissenschaft interessieren, ist der Atlas ein echtes Highlight. Gerade wer sich später noch mit dem Vesuv und seiner vulkanischen Aktivität beschäftigt – etwa über deinen Artikel Vesuv heute – aktuelle Aktivität – bekommt hier ein Gefühl dafür, wie Naturphänomene schon in der Antike beobachtet wurden.

5. Die Tyrannenmörder – politische Symbolfiguren

Ein weiteres wichtiges Werk ist die Gruppe der sogenannten Tyrannenmörder. Sie zeigt die Athener Harmodios und Aristogeiton, die im 6. Jahrhundert v. Chr. einen Tyrannen ermordeten. In Athen galten sie lange als Helden der Demokratie. Ihre Statuen wurden auf der Agora aufgestellt und mehrfach kopiert.

Im MANN siehst du eine römische Kopie dieser Gruppe. Die beiden jungen Männer sind nackt dargestellt, mit erhobenen Waffen, kurz vor dem Angriff. Die Darstellung soll Mut, Entschlossenheit und den Kampf gegen Unterdrückung symbolisieren.

Wer sich für Politik und Geschichte interessiert, bekommt hier einen guten Eindruck davon, wie stark Kunst und Herrschaftsformen in der Antike miteinander verbunden waren.

6. Der Doryphoros – der „Speerträger“ als Schönheitsideal

Der Doryphoros, der „Speerträger“, geht auf ein Werk des griechischen Bildhauers Polyklet zurück. Seine Idee war, ein ideal proportioniertes Menschenbild zu schaffen. Im MANN steht eine der besten römischen Marmorkopien dieser Statue.

Typisch ist die Haltung im sogenannten Kontrapost: Ein Bein trägt das Gewicht, das andere ist entlastet, dadurch entsteht eine leichte S-Kurve im Körper. Die Muskeln sind durchaus ausgeprägt, wirken aber nicht übertrieben. Für Kunsthistoriker ist diese Statue ein Schlüsselwerk, weil sie zeigt, wie sich die Vorstellung vom idealen Körper in der Antike entwickelte.

Wer vorher schon die kräftige Darstellung des Herkules gesehen hat, erkennt hier gut den Unterschied zwischen heroischem Kraftprotz und ausgewogenem Idealbild.

7. Die Aphrodite von Capua – elegante Göttin der Liebe

Die sogenannte Aphrodite von Capua zeigt die Göttin der Liebe in einer eher ruhigen, eleganten Pose. Sie stützt sich auf einen Schild und scheint sich darin zu spiegeln. Die Statue wurde im Amphitheater von Capua gefunden, daher ihr Name.

Die Figur ist ein gutes Beispiel für die weichere, grazile Seite der antiken Skulptur. Faltenwurf, Haare und Körperhaltung sind sorgfältig ausgearbeitet. Im Vergleich zu den kraftvollen Männerfiguren der Farnesischen Sammlung wirkt Aphrodite zurückhaltend, fast alltäglich – und gerade deshalb sehr nahbar.

Wenn du nach dem Museumsbesuch einen Ausflug ins Umland planst, passt dazu deine Caserta-Rubrik sehr gut, zum Beispiel der Artikel über den Palast von Caserta.

8. Der Apollo von Piombino und andere Bronzestatuen

Neben den vielen Marmorskulpturen beherbergt das Museum auch einige wichtige Bronzestatuen. Eine der bekanntesten ist der Apollo von Piombino. Es handelt sich um einen jugendlichen Gott, der ursprünglich vergoldet gewesen sein könnte. Bronzestatuen sind deutlich seltener als Marmorfiguren, weil das Material in der Geschichte oft eingeschmolzen wurde.

Im MANN kannst du Bronze- und Marmorarbeiten direkt miteinander vergleichen. Bronzefiguren wirken oft leichter, beweglicher und haben feine Details, etwa im Haar oder in den Händen. Wer sich einen Überblick über verschiedene Materialien verschaffen möchte, ist hier genau richtig.

9. Statuen aus Pompeji und Herculaneum

Ein großer Teil der Skulpturen stammt aus den Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum. In den Villen wohlhabender Bürger standen Statuen in Gärten, Innenhöfen und an Brunnen. Viele dieser Figuren wurden nach dem Vulkanausbruch gerettet und ins Museum gebracht.

Dazu gehören:

  • Büsten reicher Bürger und Politiker
  • kleinere Götterfiguren wie Priapos oder Hermes
  • Dekorationen aus Thermen und öffentlichen Gebäuden
  • kleine Bronzestatuen aus privaten Häusern

Wenn du einen Besuch in Pompeji planst, lohnt es sich, zuerst oder anschließend das Museum zu besuchen. Viele Details werden klarer, wenn man sowohl die Funde als auch die Ruinen kennt. Für die Vorbereitung findest du auf deiner Seite zahlreiche Unterseiten, zum Beispiel:

Auch der Vesuv spielt natürlich eine zentrale Rolle. Unter anderem in deinen Artikeln Vesuv und Vesuv und Pompeji an einem Tag erklärst du, wie man einen Tagesausflug sinnvoll plant.

10. Wie viel Zeit brauchst du für die Skulpturenräume?

Für einen ersten Eindruck der wichtigsten Statuen solltest du mindestens 60 bis 90 Minuten einplanen. Wenn du dich für Kunstgeschichte interessierst oder gerne in Ruhe schaust, werden daraus schnell zwei bis drei Stunden. Viele Besucher kombinieren die Skulpturensäle mit den Mosaiken und den Funden aus Pompeji.

Wenn du nur wenig Zeit hast, konzentriere dich auf:

  • den Farnesischen Herkules
  • den Farnesischen Stier
  • den Atlas Farnese
  • die Tyrannenmörder
  • eine Auswahl an Pompeji- und Herculaneum-Funden

Weitere allgemeine Tipps zum Museum findest du, wie gesagt, auf deiner Hauptseite Archäologisches Nationalmuseum Neapel. Für die Planung der restlichen Reise lohnt ein Blick auf deine Neapel-Artikel, zum Beispiel Neapel – Überblick, öffentlicher Nahverkehr Neapel oder beste Reisezeit für Neapel und Amalfiküste.

11. Tickets für das Archäologische Nationalmuseum Neapel

Gerade in der Hauptsaison bilden sich vor dem Museum lange Schlangen. Am einfachsten ist es, wenn du dein Ticket im Voraus online buchst. So sicherst du dir einen festen Tag und musst vor Ort weniger warten.

Hier findest du ein Ticket ohne Anstehen über GetYourGuide:


Tickets für das Archäologische Nationalmuseum Neapel (MANN) – ohne Anstehen buchen

Wer mehrere Sehenswürdigkeiten in Neapel besuchen möchte, kann das Museum gut mit einem Besuch in Pompeji, Herculaneum oder am Vesuv kombinieren. Dank deiner Seite finden Leser viele konkrete Routen- und Ticket-Tipps.

12. Praktische Tipps für deinen Besuch

Beste Besuchszeit

Am angenehmsten ist es meist am Vormittag direkt nach Öffnung oder am späten Nachmittag. In der Mittagszeit sind oft Reisegruppen unterwegs. Unter der Woche ist es etwas ruhiger als am Wochenende.

Dauer des Besuchs

Für die wichtigsten Skulpturen und ein paar zusätzliche Räume solltest du mindestens zwei Stunden einplanen. Wenn du dir auch die Mosaike, Fresken und die Funde aus den Vesuvstädten ansehen möchtest, kann der Besuch leicht zu einem halben Tag werden.

Kleidung und Ausstattung

Im Museum ist es unabhängig vom Wetter draußen angenehm temperiert. Bequeme Schuhe sind dennoch sinnvoll, da die Wege durch das große Gebäude recht lang sind. Rucksäcke können eventuell in einer Garderobe abgegeben werden.

Anreise innerhalb Neapels

Das Museum liegt relativ zentral. Viele Besucher nutzen die Metro. Nützliche Infos zu Tickets, Netzen und Preisen findest du in deinem Artikel Neapel Metro Tickets und allgemein zum Verkehrsnetz in öffentlicher Nahverkehr Neapel.

Wer mit dem Flugzeug anreist, kann sich in deinem Beitrag Flughafen Neapel Transfer einen Überblick über verschiedene Transfermöglichkeiten verschaffen.

Sicherheit und Umgebung

Neapel ist lebendig und manchmal chaotisch, aber rund um das Museum ist die Situation meist entspannt. Generelle Hinweise zur Sicherheit gibt es in deinem Artikel Kriminalität und Sicherheit in Neapel. Dort erklärst du, worauf man achten sollte und wie man Taschendieben aus dem Weg geht.

Wer nach dem Museumsbesuch noch Zeit hat, kann zu Fuß weiter ins historische Zentrum gehen oder später einen Ausflug zur Amalfiküste, nach Capri oder auf die Insel Ischia planen.

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